
Hier auf dem Foto vom 10.12.06 bin ich genau 2 Jahre alt. Bis dahin war es ein abenteuerlicher Lebensweg...
Im ersten Lebensjahr war ich nämlich insgesamt mehr als 11 Wochen im Spital und das ist trotz Vollpension und einmal pro Woche Clownbesuch überhaupt nicht attraktiv! Begonnen hat alles mit der Frühgeburt - meine Eltern machten sich ziemlich Sorgen, dass ich nur 42 cm und 1730g schwer war, obwohl ich 35 Wochen im Bauch "ausgeharrt" hatte. Die ersten fünf Wochen blieb ich also wegen dem tiefen Gewicht und erweiterten Nierenbecken in der Kinderklinik im Inselspital. Just an Silvester, als ich erstmals hätte heimreisen dürfen, hatte ich einen Harnwegsinfekt (es blieb nicht bei diesem einen - kann ich nun rückwirkend sagen!)
Zuhause gefiel es mir doch entschieden besser. Dort hatte ich wenigstens meine Ruhe und fand einen Tagesrhythmus, ohne von Ärzten und Pflegepersonal gestört zu werden. D.h. ich konnte schlafen, wurde geweckt zum Trinken der abgepumpten Muttermilch und konnte wieder schlafen. So ging das den ganzen Tag... Kaum zuhause eingelebt, musste ich wieder wegen Harnwegsinfekt ins Spital. Nun wusste Mueti aber schon besser, wie das so läuft. Sie kennt nämlich viele liebe Leute, die ab und zu meinen Bruder Philipp hüten, damit sich Mueti um mich kümmern kann. Oder noch ausgeklügelter: der Besuch spielte im Spital mit Philipp und Mueti konnte ungestört Milch abpumpen und schöppelen.
Im Sommer 05 musste ich eigentlich wegen einer Blasenspiegelung für 5 Tage ins Spital. Das ginge ja noch... - doch es kam anders! Wegen eines Herzstillstandes wurden die Ärzte auf meinen hohen Lungendruck aufmerksam - also musste ich dringend am Herz operiert werden! Ein kleines Loch im Vorhof der Herzkammer wurde mit Gore-Tex geflickt. Das war eine Grenzerfahrung für die ganze Familie, denn ich musste aussergewöhnlich lange auf der Intensivstation bleiben und anschliessend noch 2 Wochen auf der Medizinischen Station.
Wegen meinen erweiterten Nierenbecken musste ich dann bis im Oktober (zur geplanten Harnleiter-OP) einen Blasenkatheter "tragen". Das bedeutete, dass zweimal wöchentlich die Kinderspitex die Katheterpflege übernahm. Und dennoch durfte ich meine ersten Sommerferien im Berner Oberland verbringen. Dort gibt es ja auch eine Spitex.
Die OP im Herbst verlief dann plangemäss. Es war aber äusserst unangenehm, zwölf Tage vollständig ans Bett gebunden zu sein, denn die drei Katheter an meinem Körper durften sich keinesfalls verschieben! (Nicht mal zum Schmusen oder Schoppen trinken durfte ich auf Muetis oder Papis Arme!)

Von da an ging's mit mir aufwärts...! Sicher verdanke ich das verschiedenen Begleitpersonen: meiner Heilpädagogin (wöchentlich), meiner Physiotherapeutin (vierzehntäglich, später dann wöchentlich), meiner Familie und vielen Freunden und Verwandten, die mich oder meine Eltern ebenfalls unterstützen. Ebenso wertvoll sind natürlich die vielen beteiligten Fachpersonen von der Kinderklinik.
Seit November 05 gehöre ich eigentlich zu den Brillenträgern... Doch nicht wirklich, denn das Brillengestell stört mich enorm bei meinem Bewegungsdrang... also werfe ich die Brille stets von der Nase, kaum dass sie aufgesetzt worden ist! (Ha,ha, ha - ich war erfolgreich...! Es ist meinen Eltern nun verleidet, mir die Brille aufzusetzen!!)
Im Jahr 2006 erreichte ich einige Meilensteine: Ende Mai konnte ich sitzen, Ende Juli entdeckte ich das Robben, Ende Oktober konnte ich alleine aufsitzen und begann ein wenig zu klettern... Ich rufe gerne "HALLO" oder "MAMA", da bekomme ich meistens, was ich brauche. Andere Wörter spare ich für später. Mein Bruder Philipp ist zwei Jahre älter als ich. Er kann total gut mit Autos oder Duplos spielen, das sehe ich täglich. Deshalb bin ich auch schon fortgeschritten im Spielen. Am meisten gefällt mir, wenn wir zusammen Musik machen oder hören können.
Gesundheitlich geht es mir jetzt recht gut. Ich brauche nur noch wenig Medikamente. Ganz wichtig ist jedoch das Abführmittel, und dennoch bin ich öfters von Verstopfung gequält - was für ein Ärger... Auch an meinen neuen Kontaktlinsen habe ich keine Freude, das ist doch mehr unangenehm als vorteilhaft, so scheint es mir.
Meine Eltern wünschen sich auch Fortschritte bei meinem Essverhalten. Doch da bleibe ich wohl noch etwas beim Gemüsebrei und Milchschoppen, das genügt mir und ist eine praktische Variante!
Wer mehr oder Neues von mir wissen will, darf mir schreiben: Lukas Shaha, Wangentalstrasse 245, 3173 Oberwangen BE