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Kim


Das ist Kim, unsere kleine Zaubermaus. Sie kam im Oktober 2004 auf die Welt. Seither ist viel Zeit vergangen und wir haben schon allerhand miteinander erlebt.
Kim war ein liebes, problemloses Baby und entwickelte sich prächtig. Gesundheitlich ging es ihr von Beginn weg gut. Dies ist bis heute so geblieben.
Ich habe Kim ein Jahr lang mit Freuden gestillt. Mit etwa fünf Monaten begann sie, zusätzlich Brei zu essen, was dann etwa zwei Jahre lang ihr Lieblingsgericht wurde! Sie wollte keine feste Nahrung zu sich nehmen, ausser es war süss (Früchte, Kuchen, Kekse) oder Brot. Unsere Hartnäckigkeit hat sich ausbezahlt. Inzwischen isst sie vom Tisch, am liebsten Pasta. Ihre Lieblingsmahlzeit ist aber das Dessert. Von Beeren mit viel, viel Rahm kann sie fast nicht genug kriegen.
Nachdem Kim sich über ein Jahr lang auf dem Po hüpfend fortbewegt hatte, konnte sie dann mit zwei Jahren alleine gehen. Inzwischen rast und hüpft sie mehr durch das Haus als dass sie gehen würde. Die vielen Treppen in unserem Haus sind kein Problem mehr für sie. Sie ist von morgens bis abends in Bewegung – eine richtige Powerfrau!

Mit dem Sprechen macht sie erfreuliche Fortschritte. Nachdem Sie Anfangs einfach alle möglichen Worte nachgesprochen hat, benutzt sie nun von sich aus immer mehr Worte und kann sich immer besser verständigen. Sie spricht vielleicht nicht gleich viel und vor allem nicht gleich verständlich wie gleichaltrige Kinder, aber sie hat offensichtlich Freude an der Sprache, was uns natürlich ausserordentlich gefällt. Manchmal braucht es etwas Geduld, bis wir alles verstehen, was sie uns sagen und erzählen will. Mit ein paar Zwischenfragen unsererseits, etwas Raten und ständigem Wiederholen ihrerseits klappt es aber immer besser mit der Verständigung.

Inzwischen ist Kim 3 ¾ Jahre alt und die Wochen sind ganz schön ausgefüllt.
Seit Kim 1 ½ Jahre alt ist, geht sie einen Tag pro Woche in die Kinderkrippe. Sie ist das einzige Kind mit einer Behinderung. Sie geht sehr gerne in die Krippe und ist bei den anderen Kindern und dem Erzieherteam beliebt und akzeptiert. Dort wird sie gefördert und gefordert. Der Kontakt zu den vielen anderen Kindern tut ihr gut.
Einen zweiten Tag pro Woche verbringt sie bei ihren Grosseltern, meinen Eltern. Diese liebt sie innigst. Sie geht wahnsinnig gerne zu ihnen. Fast jeden Morgen fragt sie mich „ist heute Mittwoch?“, weil sie immer Mittwochs bei ihnen ist.
Seit sie Drei ist gehen wir einmal pro Woche zusammen ins MuKi-Turnen. Auch dort ist sie das einzige Kind mit einer Behinderung, was aber weder die anderen Kinder noch deren Mütter stört. Sie geht sehr gerne hin und macht meistens gut mit; zu meinem Leidwesen auch den Unfug der anderen Kinder. Sie ist meist schnell zur Stelle, wenn irgendwo etwas „läuft“. Wir beide haben viel Spass in dieser Stunde. Sie geniesst es natürlich, dass ihre Mamma sich die ganze Zeit nur mit ihr beschäftigt.
Einen weiteren Nachmittag geht Kim in die Spielgruppe. Sie hat jetzt ein Jahr lang die Spielgruppe des Heilpädagogischen Dienstes in Luzern besucht, zusammen mit einem anderen Mädchen mit Down Syndrom. Nach den Sommerferien wird sie dann in die reguläre Spielgruppe bei uns im Dorf gehen. Bei einer Probestunde wurden wir beide sehr herzlich empfangen. Kim wird sich sicher auch in dieser Gruppe bald wohl fühlen und schnell akzeptiert sein.
Die Heilpädagogin besucht uns auch einmal die Woche, um mit Kim zu „arbeiten“. Sie kommt immer zu uns nach Hause, was für mich natürlich sehr zeitsparend ist.
Zu Hause liebt es Kim, mit ihren Puppen und Plüschtieren zu spielen. Diese haben inzwischen alle einen Namen erhalten. In ihrer Spielküche kocht sie für sie (Pasta natürlich), sie deckt ihnen den Tisch und sie füttert sie – wie im richtigen Leben halt. Mit ihrem kleinen Puppenbuggy dreht sie endlose Runden ums Haus. Es geht manchmal ganz schön chaotisch zu und her.
Musik hören, Singen und Tanzen sind weitere Leidenschaften von Kim. Manchmal kommt sie mit einen neuen Lied aus der Spielgruppe oder Kinderkrippe nach Hause, das ich dann möglichst schnell auch lernen sollte! Weiter liebt sie es, Büechli anzuschauen oder einfache Puzzles, Spiele wie Lottino, Bilderlotto und Memory zu spielen. Auch malt sie sehr gerne und oft. Unser Papierverschleiss ist dementsprechend, das Altpapier auch. Es ist einfach unmöglich, all die Zeichnungen aufzubewahren.
Kim kennt die meisten unserer Freunde, Verwandten und Bekannten beim Namen. Ich bin immer wieder erstaunt, wie gut sie weiss, wer zu wem gehört. Man braucht ihr nur einen Namen zu nennen, schon zählt sie die anderen Familienmitglieder dieser Person auswendig auf.
Kim liebt es, unter Leuten zu sein. Wenn es irgendwie geht, nehmen wir sie überall hin mit. Mit ihrer offenen Art, ihrer Fröhlichkeit und ihrem Schalk hat sie schon auf viele Gesichter ein Lächeln gezaubert. Meinen Mann und mich hat sie natürlich schon lange verzaubert.

Juli 2008 Brigitte Wespi

Kim
Diese Seite wurde letztmals geändert am 11.09.2008