Logo insieme, insieme 21 8000 Zuerich
Spendenkonto PC 85-7693-2

Down Syndrom und autistische Störungen - Was wissen wir heute?


George T. Capone, MD

Down Syndrom und Autismus – Was bedeutet das?

1. Verhaltensaspekte

Um das Kind wirklich zu verstehen, hilft einem die Diagnose Down Syndrom und Autismus allein kaum weiter. Es wird noch komplizierter, weil es kaum Informationen über diese Diagnose gibt und man deshalb nicht weiss, welche medizinischen und therapeutischen Behandlungen in Frage kommen. Um festzustellen, welche Verhaltensweisen am häufigsten bei Down Syndrom und Autismus auftreten, haben wir verschiedene Studien durchgeführt, wobei Kontrollgruppen (für Sex und Alter, Down Syndrom und Autismus und nur Down Syndrom) miteinander verglichen wurden. Bei dieser Studie sammelten wir verschiedene Daten: einmal die Ergebnisse, die wir aus dem ABC-Test bekamen, wir brauchten eine detaillierte Beschreibung der Entwicklung des Kindes und ein ausführliches Gutachten über das Verhalten des Kindes. Aus dieser Studie konnten wir Folgendes ableiten. Kinder mit Down Syndrom und Autismus zeigen öfter:

  1. Entwicklungsrückschritte, inklusive Verlust von Sprache und sozialen Fähigkeiten,
  2. wenig Kommunikationsfähigkeiten (viele Kinder hatten keine sinnvolle Sprache, benutzen auch keinerlei Gebärden),
  3. selbst verletzendes oder zerstörerisches Verhalten (wie Hautpflücken, beissen, sich auf den Kopf hauen oder den Kopf anschlagen)
  4. repetitive motorische Manierismen (Zähneknirschen, schnelle Bewegungen von Händen, Schaukeln mit dem Körper),
  5. ungewöhnliche Laute (Brummen, Summen oder heisere Laute),
  6. ungewöhnliche Sensibilität für äussere Reize (Starren auf Lichter, Empfindlichkeit bei bestimmten Geräuschen),
  7. Probleme bei der Nahrungsaufnahme (Verweigerung oder eine starke Vorliebe für bestimmte Speisen)
  8. übertriebene Angstzustände oder auch fehlende Angst vor realen Gefahren, Reizbarkeit, grosses Unbehagen über Aenderungen in der alltäglichen Umgebung, Hyperaktivität, Schlafprobleme

Weiter viel auf, dass:

  • Kinder mit Down Syndrom und Autismus deutlich mehr Punkte erreichten in allen fünf Teilbereichen (Wahrnehmung, zwischenmenschliche Beziehungen, Umgang mit dem eigenen Körper und mit Objekten, Gebrauch von Sprache und soziale Kompetenz) des ABC-Tests als Kinder mit nur Down Syndrom,
  • Kinder mit Down Syndrom und Autismus weniger Defizite zeigten beim Aufnehmen sozialer Kontakte als Kinder, die nur Autismus hatten,
  • Kinder mit Down Syndrom und Autismus mehr stereotype Körperbewegungen und Beschäftigung mit Objekten zeigten als Kinder mit nur Autismus.
  • Kinder mit Down Syndrom und Autismus mehr Punkte erreichten in allen fünf Bereichen des ABC-Tests als schwer geistig behinderte Kinder,
  • Kinder mit Down Syndrom, die schwer geistig beeinträchtigt sind, nicht notwendigerweise auch Autismus haben.

Diese Studien haben mir bewiesen, dass Kinder mit Down Syndrom und Autismus deutlich zu unterscheiden sind von den 'typischen' Kindern mit Down Syndrom und auch von Kindern mit einer schweren geistigen Behinderung (darunter könnten auch Kinder mit Down Syndrom sein). Und obwohl es stimmt, dass autistische Züge und ein niedriger Entwicklungsstand häufig zusammen auftreten, ist es nicht richtig zu behaupten, dass autistische Verhaltensweisen nur mit einem niedrigen kognitiven Niveau zusammenhängen.

2. Begleitende gesundheitliche Probleme

Die Frage tauchte auf, ob es auch einen Unterschied gibt bei dem gesundheitlichen Zustand von Kindern mit Down Syndrom und von denjenigen mit Down Syndrom und Autismus. Auch dem sind wir bei unserer Studie nachgegangen und haben folgende Auffälligkeiten festgestellt, die jedoch erst als vorläufige Ergebnisse betrachtet werden müssen, da die Anzahl der untersuchten Kinder noch nicht ausreicht, um definitive Aussagen zu treffen.

Kinder mit Down Syndrom und Autismus haben häufiger:

  • angeborene Herzfehler und Probleme im Magen-Darmbereich,
  • neurologische Auffälligkeiten (Krämpfe, Schluckprobleme und Verzögerung der motorischen Entwicklung, sind häufig extrem hypoton),
  • Augenprobleme,
  • Atemprobleme (Lungenentzündung und Schlafapnoe),
  • Insgesamt mehr medizinische Komplikationen.
Schwierigkeiten bei der DiagnoseÜbersichtDiagnose Down Syndrom und Autismus. Was tun?
Anita
Diese Seite wurde letztmals geändert am 27.03.2008