George T. Capone, MD
Es ist schwierig anzugeben, wie häufig Autismus bei Kindern und Erwachsenen mit Down Syndrom vorkommt. Dies kommt einerseits durch die Tatsache, dass Uneinigkeit über die genauen Kriterien herrscht, und andererseits daher, weil eine vollständige Dokumentation dieser Fälle fehlt. Zurzeit liegen die Schätzungen zwischen einem und zehn Prozent. Ich glaube, dass eine Zahl von fünf bis sieben Prozent am ehesten der Realität entspricht. Dies ist wesentlich höher als in der Normalbevölkerung (0,04 Prozent) und weniger als in anderen Gruppen von Kindern mit einer mentalen Behinderung (20 Prozent). Es sieht so aus, dass bei einer Trisomie 21 die Chance für das Auftreten von Autismus grösser ist. Dies kann verursacht sein durch die abweichenden genetischen oder biologischen Einflüsse auf die Gehirnentwicklung.
Die Literatur über dieses Thema seit 1979 beschreibt 36 Fälle von Down Syndrom und Autismus (24 Kinder und 12 Erwachsene). Von den 31 Fällen, bei denen das Geschlecht beschrieben wurde, waren erstaunlicherweise 28 männlich. Das Verhältnis Mann/Frau ist viel höher als jenes bei Autismus in der Normalpopulation.
Ausserdem ging aus der Berichten, wobei auch die kognitiven Fähigkeiten beschrieben wurden, hervor, dass die meisten Kinder schwer geistig behindert waren. Im allgemeinen versteht man wenig von den Ursachen von Autismus und ob ein Zusammenhang mit Down Syndrom besteht. Bei einigen Syndromen, wie beim Fragilen X-Syndrom, anderen Chromosomenstörungen, Epilepsien und bei prä- oder postnatalen Virusinfektionen kommt Autismus häufiger vor. Auch das Down Syndrom sollte in diese Liste mit aufgenommen werden. Denn das Vorhandensein des Down Syndroms spielt bei der Entwicklung des Gehirns eine Rolle und ist anscheinend ein kritischer Faktor beim Auftreten einer Autismus-Störung.
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