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Down Syndrom und autistische Störungen - Was wissen wir heute?


George T. Capone, MD

Was bedeutet Autismus? Unterschiedliche Signale und Symptome

Obwohl wir von einigen Ähnlichkeiten, die bei Kindern mit Down Syndrom und Autismus auftreten, berichten werden, soll man nicht aus dem Auge verlieren, dass Autismus ein so genanntes Syndrom ist, das eine Vielzahl von einzelnen Symptomen beinhaltet. Dies bedeutet, dass Kinder mit der Diagnose sich trotzdem sehr voneinander unterscheiden. Einige sprechen, andere nicht. Einige benötigen unbedingt eine bestimmte Routine und Ordnung, andere sind flexibler. Dies kombiniert mit der enormen Variabilität in Fähigkeiten, die wir allein schon beim Down Syndrom feststellen, kann sehr verwirrend sein. Das Ganze ist besser zu verstehen, wenn man gewisse Kenntnisse über Autismus hat, unabhängig vom Down Syndrom. Frühkindlicher Autismus, autistische Persönlichkeitsstörung, autistische Störungen sind Begriffe, die alle mehr oder weniger das Gleiche bedeuten. Autismus wird heute als vorwiegend vom Verhalten her definiertes Syndrom gesehen mit einer Vielzahl an Symptomen und Entwicklungsverzögerungen in der frühen Kindheit. Diesen Symptomen liegt eine Funktionsstörung des Gehirns zugrunde, die verschiedene Ursachen haben kann, u.a. auch Down Syndrom. Zurzeit gibt es unter Medizinern Meinungsverschiedenheiten darüber, welche Kriterien notwendig sind, um Autismus zu diagnostizieren oder wie ausgeprägt die Kern-Symptome sein müssen, um die Diagnose bei einem Kind mit Down Syndrom zu stellen.

Leider verursacht das Fehlen eines geeigneten diagnostischen Testverfahrens Verwirrung unter Fachleuten, Eltern und anderen, die das Kind verstehen und optimale medizinische Versorgung und effektive Lernprogramme entwickeln möchten. Einigkeit besteht in folgenden Punkten:

  • Autismus ist ein Syndrom. Es kann sehr unterschiedlich ausgeprägt sein
  • Viele Symptome überlappen sich mit denen anderer Störungsbilder wie Zwangsneurosen oder Hyperaktivität.
  • Autismus ist eine Entwicklungsstörung. Symptome sind abhängig vom Alter und Entwicklungsniveau des Kindes.
  • Autismus kann zusammen auftreten mit einer geistigen Behinderung, mit Epilepsie oder Down Syndrom
  • Autismus ist ein lebenslanger Zustand.

Die Problembereiche, die in Zusammenhang mit Autismus am häufigsten beschrieben werden, sind:

  • die Kommunikation (anwenden und verstehen von Wörtern und Gebärden)
  • die sozialen Fähigkeiten (in Kontakt mit anderen oder in bestimmten Situationen
  • stereotype und repetitive Bewegungen des Körpers oder Verhaltensmuster.

Vor allem während der Kleinkinderzeit sind diese Auffälligkeiten nicht dauernd vorhanden. Die Kinder können alle oder nur einige Charakteristika des Autismus-Syndroms aufweisen. Auch können ihre Fähigkeiten unter gleichen Bedingungen sehr schwankend sein. Einige dieser variablen Charakteristika, die wir gewöhnlich bei Kindern mit Down Syndrom und Autismus-Syndrom feststellen sind:

  • ungewöhnliche Reaktion auf Reize, besonders Geräusche, Licht, Berührung oder Schmerz),
  • Nahrungsverweigerung (Vorliebe für ganz bestimmte Speisen oder Geschmäcke)
  • eigenartiges Spielverhalten oder beharrliche Beschäftigung mit Objekten
  • Unbehagen über Veränderungen im Tagesablauf oder in der familiären Umgebung,
  • wenig oder keine sinnvolle Kommunikation,
  • störende Verhaltensweisen (Aggressivität, Wutanfälle oder extreme Ungehorsamkeit),
  • selbst verletzende Verhaltensweisen (an der Haut ziehen, sich am Kopf schlagen oder sich den Kopf anschlagen),
  • Schlafstörungen,
  • rückläufige Entwicklung (vor allem bei sprachlichen und sozialen Fähigkeiten).

Manchmal kann man diese Auffälligkeiten auch bei anderen Störungsbildern, die im Kindesalter auftreten, feststellen, wie z.B. bei Hyperaktivität oder einer Zwangsneurose. Manchmal wird Autismus nicht erkannt oder kommt als Möglichkeit bei einem Kind mit Down Syndrom nicht in Betracht wegen seiner kognitiven Defizite. Wenn z.B. ein Kind sehr lebhaft und impulsiv ist, wird in erster Linie an die Diagnose Hyperaktivität gedacht. Immer wiederkehrende Verhaltensweisen werden schnell als SMD eingestuft, etwas das bei Menschen mit einer schweren geistigen Behinderung häufig vorkommt. Den meisten Eltern fällt es schwer, diese Verhaltensauffälligkeiten in den Griff zu bekommen. Um Lösungen für diese Probleme zu finden, suchen Familien häufig den Rat von Fachleuten. Eigentlich weisen Kinder mit Down Syndrom als Gruppe in der Regel weniger Verhaltens- oder andere psychische Probleme auf als andere Kinder mit einer mentalen Beeinträchtigung. Wenn jedoch Verhaltensstörungen auftreten, muss an die doppelte Diagnose gedacht werden. Es ist wichtig für Fachleute, dass sie über die Möglichkeit einer solchen doppelten Diagnose informiert sind, denn

  1. vielleicht kann durch ein pädagogisch-therapeutisches Angebot die Situation verbessert werden
  2. mit einer offiziellen Diagnose hat das Kind besser Zugang zu speziellen effektiven Hilfen

Wenn Sie den Verdacht hegen, dass bei Ihrem Kind autistische Störungen vorliegen, stellen Sie es einem Fachmann vor. Warten Sie nicht einfach ab, was passiert.

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Diese Seite wurde letztmals geändert am 27.03.2008