George T. Capone, MD
Es ist normal, dass Eltern sich immer wieder Gedanken machen um die Entwicklung ihres Kindes. Es ist auch normal, dass man häufig zu spezifischen Besonderheiten nur über ein Teilwissen verfügt. Das ist speziell der Fall bei der Diagnose Down Syndrom und Autismus, weil es darüber so wenig Informationen gibt. Dies kann dann besonders besorgniserregend sein, wenn Ihr Kind plötzlich ein neues Verhalten zeigt, das Sie eventuell assoziieren mit autistischen Verhaltensweisen, wie z.B.. das unaufhörliche Schütteln eines Gegenstandes. Die Kinder, die wir im Kennedy Krieger Institut gesehen haben und die Down Syndrom und Autismus haben, zeigen ganz unterschiedliche Symptome, die wir in zwei grosse Bereiche unterteilt haben:
Kinder in der ersten Gruppe zeigen schon früh ein atypisches Verhalten. Als Säugling oder während der Kleinkindzeit kann man eventuell folgende Verhaltensweisen beobachten:
Mit diesen Verhaltenweisen können ebenfalls eine Reihe anderer medizinischer Besonderheiten auftreten, wie Krampfanfälle, Schluckprobleme. Nystagmus oder eine ausgesprochene Muskelschwäche (Hypotonie), die zu einer Verzögerung in der motorischen Entwicklung führt.
Wenn Ihr Kind mit Down Syndrom noch sehr klein ist, stellen Sie eventuell das eine oder andere hier erwähnte Symptom fest. Dies bedeutet noch lange nicht, dass dies sich bei Ihrem Kind zu einer autistischen Störung entwickeln muss. Es bedeutet lediglich, dass das Kind untersucht werden sollte und dann vielleicht profitieren könnte von einem speziellen pädagogisch-therapeutischen Förderangebot (wie sensorische Integration und visuelle Kommunikationsmöglichkeiten).
Eine zweite Gruppe Kinder ist meistens älter. Bei diesen Kindern kann man einen dramatischen Rückgang oder Stillstand in ihrem Spracherwerb und einen Verlust sprachlicher und sozialer Fähigkeiten feststellen. Dieser Entwicklungsrückgang kann als Folgeerscheinung extreme Sensibilität und Ängste auslösen und der Auftakt sein von repetitiven Verhaltensweisen. Diese Situation tritt meistens, den Eltern zufolge, auf nach einem zunächst für Kinder mit Down Syndrom normalen Entwicklungsverlauf. Die meisten Eltern berichten, dass der Entwicklungsrückgang zwischen drei und sieben Jahren auftritt.
Die medizinische Behandlung und die Förderung für diese beiden Gruppen können unterschiedlich sein. Es fehlt zurzeit noch an genügend Informationen, um dies genau zu beurteilen. Unabhängig von dem Zeitpunkt, wie und wann autistische Störungen zum ersten Mal entdeckt werden, auch Kinder mit der doppelten Diagnose sollten die nötige pädagogische und therapeutische Unterstützung erfahren.
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