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Heft 2007/2: wohnen


Inhaltsverzeichnis

Hauptthema

  • Liebe Leserin, lieber Leser
  • Dein Zimmer
  • Eva in unserer Familie
  • Wie es mir als Pendlerin geht
  • Aus der Sicht der Eltern: Leben mit Pia
  • Wohnen in einer Aussenwohngruppe
  • Die Wohnschule – eine Lebensschule
  • Wohnen und Arbeiten auf dem Bauernhof
  • Stiftung Landwirtschaft und Behinderte
  • Besuch bei Tomislav Sojcic auf dem Hof von Familie Habegger
  • Fachstelle "Lebensräume"
  • "Assistenzbudget" – Interesse bescheiden
  • Wohnheim contra Familie?
  • Das Alter verlangt nach neuen Konzepten

Varia

  • Bericht von der 16. ordentlichen GV von EDSA Schweiz (12. Mai 2007)
  • Down-Syndrom-Tagung in Fribourg
  • Zukunft Welt Down-Syndrom Tag
  • Besuch in Wil
  • Leserbrief
  • Voranzeige Geschwisterworkshop
  • Das Leben ist schön. Besondere Kinder. Besondere Familien
  • Fotograf Stanislav Burian
  • Substanz beseitigt die hemmende Wirkung eines Gehirnbotenstoffs
  • Themen der nächsten Hefte
  • Spenden, Bibliothek, Internetforum

Editorial

Am Kiosk gibt es deren etwa dreissig. Die bescheideneren heissen Lea, Laura oder Lisa (mit Selbermach-Anleitungen drin), dann geht es aufwärts bis zur dicken Hochglanz-Ausgabe für den gehobenen Anspruch und Kontostand. Das Thema wird durch Garten- und Dekomagazine erweitert und entfaltet schliesslich in Heimwerk-Ratgebern ("ran an die Axt, Mädels ...") eindrückliche Dynamik.

Um was geht es eigentlich? Um Wohnmagazine. Und der langen Rede kurzer Sinn ist: Wohnen ist wichtig.

Jemand hat die Wohnung mal als die "dritte Hülle des Menschen" bezeichnet. Sicher ist: Wir alle brauchen einen Ort, an den wir uns zurückziehen und entspannen können. Einen Raum, den wir nach unserem Gusto einrichten und darin "herumnuschen" können, wie wir wollen. Ein Refugium, wo wir angenommen sind und es uns wohl ist. Einen solchen Lebensraum wünschen wir unsern behinderten Kindern oder Angehörigen doch auch von Herzen!
Wohnen: lieber mit Menschen zusammen, die wir mögen? Lieber allein? An der Tagung in Fribourg äusserte ein junger Mann mit Down-Syndrom seinen grössten Lebenswunsch: Eine eigene Wohnung, zusammen mit seiner Freundin!

Die Bedürfnisse sind von Mensch zu Mensch und vielleicht auch je nach Land verschieden. So wurde z.B. in Norwegen 1991 beschlossen, die Institutionen zu schliessen und fortan den Menschen mit Behinderung eine Wohnung oder ein Häuschen zur Verfügung zu stellen, das mindestens eine Fläche von 60qm aufweisen muss. Auch sollten diese Wohnungen bezüglich Einkauf und ÖV günstig gelegen, sowie nicht zu nah beieinander sein. Individualität ist in Norwegen wichtig. In Ländern oder Familien, wo der Familienzusammenhalt wichtig ist, dürfte die als ideal betrachtete Wohnsituation wieder anders aussehen.

In den meisten europäischen Ländern geht der Trend Richtung eigene Wohnungen (mit Betreuung) oder mindestens kleinere Wohngruppen. Daneben gibt es aber immer noch Heime für die schwerer behinderten Menschen.
"D'Lüt sind verschidä". Sollten nicht besser die individuellen Bedürfnisse den Ausschlag geben als irgendein Trend? Aber dass überhaupt gewählt werden kann, bedingt natürlich verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl.

Verschiedene Wohnmöglichkeiten sind denn auch das Thema dieses Heftes: Wie lebt es sich da oder dort? Was ist toll dabei, was kann schwierig sein: Für die behinderten Menschen selber. Für die Angehörigen. Wer kann uns bei der Auswahl oder bei Problemen helfen?

Also: Wir wünschen Ihnen allen eine glückliche Wohnsituation und daneben eine freudige, sonnige und entspannende Sommerzeit, auswärts oder zuhause!

Beata Beer

Titelbild aktuell21
Diese Seite wurde letztmals geändert am 24.03.2008