Alle Natur,
alles Wachstum,
aller Friede,
alles Gedeihen und Schöne in der Welt
beruht auf Geduld,
braucht Zeit,
braucht Stille,
braucht Vertrauen.
Hermann Hesse
Liebe Leserinnen, liebe Leser
Grossbritannien hat ein Prominentenbaby: das vierte Kind des Premiers Tony Blair und seiner Frau Cherie, der Londoner Star-Anwältin. An Klein-Leo wird nun die Familienpolitik einer Partei und eines ganzen Landes gemessen, denn das Ehepaar muss nicht nur seine Elternaufgaben zu erfüllen, sondern es hat gleichzeitig eine Vorbildfunktion.
Nach der Geburt eines Kindes mit D.S. fragen sich viele Mütter und Väter:
Sie sind verletzt, trauern und nicht wenige fühlen sich alleingelassen und unverstanden.
Sie spüren die neugierigen, mitleidvollen und verständnislosen Blicke ihrer Nachbarn und der Passanten. Es ist Leben interessant zu sehen, wie andere mit ihrem Schicksal fertig werden - man beobachtet sie, man redet über sie. Und später exponieren sich die Betroffenen automatisch mit "so einem" Kind: ihre Lebenseinstellung, ihre Geduld, ihr Humor, ihre Erziehungskünste und vieles mehr werden gerade an diesem Kind gemessen.
Die erste Zeit nach der Geburt ist eine wichtige Phase, in der Mann und Frau ganz sensibel reagieren.
Sie ist nicht allein entscheidend, aber weichenstellend. An diese Zeit erinnert man sich auch noch nach Jahren, denn nur langsam wächst man in diese neue Rolle - Mutter oder Vater eines behinderten Kindes zu sein - hinein.
In dieser Ausgabe schreiben Väter, was sie erlebten und fühlten. Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre und einen schönen sonnigen Spätsommer und Herbst.
Ihre
Nora Junod