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Heft 2007/1: Sprechen lernen


Inhaltsverzeichnis

Hauptthema

  • Liebe Leserin, lieber Leser
  • Einige Betrachtungen zur Bedeutung von Sprache und zum Spracherwerb
  • Mit Gebärden und Bildern früh erfolgreich kommunizieren
  • Erfahrungen mit GUK: Romans Weg
  • Barbara Zollingers therapeutischer Ansatz
  • Frühes Lesenlernen als Sprachförderung
  • Immer diese Details...
  • B.A.Bar für Pascal
  • Logopädie - Sprachförderung bei Kindern mit Down-Syndrom
  • Kommunikation
  • KonLab Sprachförderprogramm
  • Castillo Morales Konzept
  • Die Deutschweiz oder war's das?

Varia

  • EDSA- Generalversammlung
  • 21. März in Zürich: Kinderfest und Konzert
  • "Do-it-yourself-Poster" für den 21.3.2007
  • Pro DOWN
  • Andreas darf einen Tag im Zoo arbeiten!
  • tata da, deda je, ham
  • Fasnacht im Buecherwäldli: Impressionen
  • Augenprobleme von Kindern mit DS
  • Förderung von Kindern mit DS, Kurs
  • Schweizer Heilpädagogik-Kongress
  • Ohrenkuss
  • Agenda
  • Themen der nächsten Hefte
  • Spenden, Bibliothek, Internetforum

Editorial

Kürzlich fand bei uns etwa folgendes Gespräch zwischen meiner Tochter (DS, acht Jahre) und mir statt:

sie: "Mama, ich Uchee."
ich: "Was hesch du?"
sie: "Uchee. Da!" Sie zeigt auf ihren Bauch.
ich: "Du hesch Buchweh?"
sie: "Jaa! Illo het ghaut."
ich: "Aber ...das isch doch scho zwei Jahr her!"
sie: "Jaa. Weh."

Nun fange ich an, mich als Rabenmutter zu fühlen. Hat jetzt das arme Kind wirklich zwei Jahre lang immer wieder unter Bauchweh gelitten, weil sich die nachlässige Mutter (ich!) nicht richtig drum gekümmert hat und nicht mal mit ihr zum Arzt gegangen ist? Hat "Illo" am Ende nicht nur einmal, sondern immer wieder gehauen? Meine kleine Tochter, das Opfer von Gewalt und Nachlässigkeit, nur weil sie ihre Leiden nicht präzise ausdrücken kann? Solches kommt ja vor. Schrecklich.

Tochter (kläglich): "Occi tinkä."
Für diesmal darf ich die Vorstellung eines Märtyriums wieder vergessen. Töchterchens Äuglein sind nämlich erwartungsfroh auf eine Colaflasche gerichtet, die da in der Küche steht. Wenn man Bauchweh hat, kriegt man am ehesten was davon ab, das weiss sie.

Ein Gespräch in der S-Bahn zwischen zwei Jugendlichen:

A: "Mega Prüfig."
B: "Hm. Mega."
A: "Hesch Frag zwei?"
B: "Nei, du?"
A: "M-m.", zieht ein Handy aus der Tasche und fängt an, ein SMS einzutippen.
B: "Neus Teil?"
A: "Yep. Geburi. Vo mirä Mär."
B: "Geil."

Der Unterschied zwischen den beiden Gesprächen bezüglich Wortgewandtheit ist nicht soo gross, oder? Was aber verschieden ist: Die Jugendlichen könnten sich anders ausdrücken, wenn sie wollten. Das behinderte Kind wollte gerne, kann aber (noch) nicht.
Es kann Eltern schmerzen, wenn ihr Kind trotz sprachlicher Förderung vielleicht nicht so deutlich und fliessend spricht, wie sie es ihm wünschen würden. Und wieviel Frust bedeutet es für die Person, die etwas mitteilen möchte und sein Gegenüber versteht einfach nicht?

Unter Menschen mit Down-Syndrom ist das Sprechvermögen sehr unterschiedlich ausgeprägt. Wie können wir es fördern? Eine Menge Fachleute haben sich im Lauf der Zeit darüber Gedanken gemacht, Prinzipien und Methoden ausgearbeitet. Einiges davon haben wir hier für Sie herausgepickt.

Glückliche "Aha" und nützliche Funde beim Stöbern wünscht Ihnen

Beata Beer

Titelbild aktuell21
Diese Seite wurde letztmals geändert am 25.03.2008