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2004/1: Schulische Integration


Inhaltsverzeichnis

Hauptthema

  • Was ist unter integrativer Schulung zu verstehen?
  • Die Geschichte der Heilpädagogik
  • Die Salamanca-Erklärung und die Schweizerische Bundesverfassung
  • Integration in europäischen Ländern
  • Situation in der Schweiz
  • Integrationsklassen in der Primarschule
  • Integration gelingt – warum denn eigentlich?
  • Elena geht in die zweite Regelklasse
  • Andreas erfolgreiche Integration in der Sekundarschule
  • "Jetzt wird voll durrezoge"
  • Kinder mit Down-Syndrom integrieren
  • Vorteile und Nachteile der schulischen Integration
  • Schweizer Heilpädagogik-Kongress
  • Adressen, Literatur, Links, DVD

Varia

  • Mitgliederumfrage
  • Neuerungen der 4. IVG-Revision
  • Gesucht
  • Kontaktstelle
  • Abstimmung NFA
  • Neuerscheinung
  • Leserbrief
  • Protokoll

Editorial

Liebe Eltern
liebe Leserin, lieber Leser

Es läutet, ich öffne und höre meine kleine Tochter würdevollen Schrittes die Treppe heraufstapfen. Strahlend kommt sie auf mich zu und ich nehme die kleine Gestalt in die Arme: "Hallo, wars schön im Chindsgi?" "Jaaa, Musig macht!" Sie zieht Jacke und Schuhe aus, räumt sie weg und steuert in die Küche, wo ihr Klassenfoto hängt. Dort zählt sie ihre Kolleginnen und Kollegen auf. "Schön gsi, Chindsgi!"

So ist es heute. Wie wird es in fünfzehn Jahren sein? Wird Damaris dann auch voll Befriedigung auf einen Tag zurückblicken können: "Schön isch es gsi" mit Freunden und Freundinnen, behinderten und nicht behinderten? Oder wird sich eine Wand zwischen der Welt der "Normalen" und ihrer Welt, derjenigen der Behinderten, aufgerichtet haben? "Wir sind da und du gehörst dorthin." Eine offene Tür dazwischen zum Durchgehen oder eine verschlossene? Vielleicht möchte sie ja selber lieber unter "ihresgleichen" arbeiten? Aber wieviele Behinderte wünschen, "draussen", nicht in einer Behindertenwerkstatt, zu arbeiten, eine Wahl des Arbeitsortes zu haben, am normalen Leben, so gut es geht, teilzuhaben. Was ja von Gesetzes wegen auch ihr gutes Recht wäre!

Wie soll sich ein junger Mensch mit Behinderung jedoch in einem normalen Umfeld angemessen verhalten können, wenn er oder sie vorher kaum Kontakt hatte mit nicht behinderten Altersgenossen? Und wie sollten diese nicht Bedenken haben, ob sie mit den Eigenarten ihres behinderten Kollegen oder ihrer Kollegin umgehen können, wenn sie nie vorher jemanden mit einer Behinderung näher kennengelernt hatten?

Die schulische Integration ist – unter anderem – förderlich für den Aufbau eines verständnisvollen und natürlichen Miteinanders und weckt Bilder einer menschlicheren, wärmeren Gesellschaft.

Es gibt aber daneben auch schwierige Seiten. Sie werden in verschiedenen Beiträgen zum Ausdruck kommen. Denn es gilt ja nicht, sich unbesehen einem Trend anzuschliessen, sondern sorgfältig abzuwägen, was das Beste für das Kind ist.

Es freut mich, wenn das vorliegende "aktuell 21" einen Beitrag zu Ihrer persönlichen Meinungsbildung leisten kann.

Freundlich grüsst Sie

Beata Beer

Titelbild aktuell21
Diese Seite wurde letztmals geändert am 24.03.2008