Liebe Leserin, lieber Leser,
Hoffentlich sind Sie über die wildfeurige Farbe dieses Heftes nicht allzusehr erschrocken. Denn eigentlich ist das Ziel dieser Ausgabe nicht, Ihnen Angst zu machen, sondern Mut!
Vor noch nicht zwanzig Jahren wurde den Eltern nach der Geburt eines Kindes mit Down-Syndrom oft gesagt, was das Kind in Zukunft alles nicht würde lernen können. Es stellte sich dann aber nicht selten heraus, dass es das doch lernen konnte.
Heute weiss man, dass Menschen mit Down-Syndrom viel mehr lernen können, als man sich früher jemals hätte träumen lassen. Dieses Heft möchte zeigen, wieviel möglich ist – und die Zukunft wird da noch manche Überraschung bereit halten – und aus dem In- und Ausland einige Menschen vorstellen, die auf verschiedenen Gebieten Beachtliches erreicht haben. Die den Platz gefunden haben, wo sie ihre Stärken einsetzen können und glücklich dabei sind. Natürlich ist es eine ganz kleine und auch willkürliche Auswahl, es gäbe unzählige Beispiele, die Mut machen.
Geht es denn nun wieder um Wergrösserwerbesserwerschneller? Nein, so soll es sicher nicht sein. Sondern jungen Eltern soll Mut gemacht werden für die Zukunft ihrer Kinder. Mut, um die Grenzen nicht von vorneherein zu eng zu ziehen. «Das kannst du ja doch nicht» lähmt, selbst wenn es nicht ausgesprochen wird. Den Jugendlichen und Erwachsenen sollen Perspektiven geöffnet werden, um sich etwas zuzutrauen. Das braucht nicht immer etwas Spektakuläres, Prestigeträchtiges zu sein. Es können auch kleine Schritte sein, die im Alltag stattfinden, mehr Möglichkeiten auftun und dadurch die Lebensqualität verbessern.
Man sollte Mut haben, etwas zu wagen sagte Benno Hasler im Interview.
Und dazu braucht es unbedingt eine Umgebung, die neben der nötigen Umsicht auch Mut hat zum Loslassen, Ermutigen und Unterstützen. Zum Beispiel auch uns. Also: Nur Mut!
Freundliche Grüsse!
Beata Beer