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Liebe Leserin, lieber Leser und was ist Kunst?
Bestimmt haben Sie es schon bemerkt: Diese Ausgabe ist FARBIG! Freude herrscht! Nun ja, zum Thema «Kunst» passt Farbe doch einfach besser. Speziell zur Kunst von Menschen mit Trisomie 21. Da leuchten die Bilder, tanzen die Töne, schillern die Verse auf ganz besondere Weise.
«Kunst» ist ein Gebiet, in dem andere Massstäbe gelten als sonst. Ein Gebiet, in dem Menschen mit Down-Syndrom einmal nicht von vornherein benachteiligt sind. Hier ist nicht in erster Linie der Intellekt gefragt, sondern das Vermögen, Gefühle mit Pinsel, Instrument, Körpersprache oder was auch immer, auszudrücken. Und darin sind Menschen mit Trisomie 21 ja oft stark! Natürlich sind nicht alle von ihnen Mal- oder Schauspiel-Genies. Aber einige schon. Und viele schaffen Bilder oder füllen Rollen aus, die durchaus nicht nur in «Behindertenkreisen» Beachtung verdienen, Sie werden sehen!
Sich auf individuelle Weise ausdrücken zu wollen, scheint ein Grund-Wesenszug von uns Menschen zu sein. Was dabei mit «Kunst» bezeichnet werden darf und was nicht, darüber lässt sich wunderbar und lange streiten. Fängt sie erst bei Leonardo da Vinci an oder schon bei Grosstantes Kaffeerahmdeckeli-Collage? Tja. Aber ist es denn wirklich so wichtig, wo da genau die Grenzen liegen? «Kunst» an sich hat doch auch etwas mit Grenzen zu tun. Nämlich damit, darüber hinaus zu gehen: Seine Gefühle und Gedanken «hinüberzubringen». Etwas zu verändern, schöner zu machen. Die Dinge einmal anders anzusehen und darzustellen. Neue Rollen auszuprobieren, et cetera.
Etwas zu erschaffen, beglückt ausserdem. Und wenn sich unsere Mitmenschen vom Werk dann auch noch angesprochen fühlen, macht das Kreieren natürlich doppelt Freude.
Unter «Definition der Kunst» steht im Internet: «Das Wort Kunst bezeichnet im weitesten Sinne jede entwickelte Tätigkeit, die auf Übung,Wissen, Wahrnehmung, Vorstellung und Intuition gegründet ist (Heilkunst, Kunst der freien Rede). Im engeren Sinne werden damit Ergebnisse gezielter menschlicher Tätigkeit benannt, die nicht eindeutig durch Funktionen festgelegt sind. Kunst ist ein menschliches Kulturprodukt, das Ergebnis eines kreativen Prozesses. Das Kunstwerk steht meist am Ende dieses Prozesses, kann aber seit der Moderne auch der Prozess selber sein. Ausübende der Kunst im engeren Sinne werden Künstler genannt.
Seit der Aufklärung versteht man unter Kunst vor allem die Ausdrucksformen der Schönen Künste: Bildende Kunst mit den klassischen Gattungen Malerei und Grafik, Bildhauerei, Architektur, und etlichen Kleinformen, sowie seit dem 19. Jahrhundert dem Kunstgewerbe oder Angewandte Kunst genannten Grenzbereich zum Kunsthandwerk, Darstellende Kunst mit den Hauptsparten Theater, Tanz und Filmkunst, Musik mit den Hauptsparten Vokalmusik und Instrumentalmusik, Literatur mit den Hauptgattungen Epik, Drama und Lyrik.
Ausdrucksformen und Techniken der Kunst haben sich seit Beginn der Moderne stark erweitert, so mit der Fotografie in der Bildenden Kunst. Bei den Darstellenden Künsten, Musik und Literatur lassen sich heute auch Ausdrucksformen der Neuen Medien wie Hörfunk, Fernsehen und Internet hinzuzählen. Die klassische Einteilung verliert spätestens seit den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhundert mit der Suche nach dem Gesamtkunstwerk an Bedeutung. Kunstgattungen wie die Installation oder der Bereich der Medienkunst kennen die klassische Grundeinteilung nicht mehr.»(Wikipedia)
In diesem Heft stellen wir verschiedene Künstler und ihre Werke vor: Den Maler Markus Weber, die Malerin und Töpferin Vera Rohrer, den Maler und Schauspieler Matthias Brücker, die Zeichnerin Kathrin Leuenberger, den Musiker Fritz Schrepfer. Und natürlich hat auch unsere «Seiten»-Autorin Pia wieder für Sie geschrieben und diesmal auch gemalt.Neben den «Trisomie-Künstlern» gibt es auch diejenigen, die sich vom Down-Syndrom inspirieren lassen. Zu diesen gehören der Bildhauer Markus Keuler oder der Schriftsteller Bruno Waldvogel, in dessen Geschichte «Falkenstein» ein Junge mit Down-Syndrom vorkommt.
Oder die Regisseure des neuen Films «Yo, tambien». All diese lassen wir hier zu Wort kommen und von ihren Beweggründen erzählen.
«Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele», sagte Picasso.In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Freude und Erfrischung beim Studieren der folgenden Seiten!
Mit vielen warmenSpätsommergrüssen
Beata Beer