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«Ein Freund ist jemand, der dich gut kennt und trotzdem mag.» «Ohne Freunde ist unser Leben kein richtiges Leben.»
Wie auch immer, so steht es jedenfalls im «Zitaten-Buch».
Und weil ich es gerade aufgeschlagen habe und aller guten Dinge drei sind, kommt jetzt auch noch Beethoven dran. «Wem der grosse Wurf gelungen, eines Freundes Freund zu sein... mische seinen Jubel ein!», heisst es in der neunten Symphonie.
Ob wir Beethoven heissen oder nicht, wir brauchen Freunde. Um gemeinsamen Interessen nachzugehen. Um Freud und Leid zu teilen. Um Gedanken auszutauschen mit jemandem, der versteht. (Und wenn der Freund oder die Freundin auch noch das Schätzchen ist, kann man ja auch noch ganz andere Dinge miteinander ...).
Ausserhalb der Familie ist das Finden von Freunden für jemanden mit einer Behinderung gar nicht so einfach. Die Auswahl ist schon mal nicht so gross. Dazu braucht es Mut, auf jemanden zuzugehen. Es braucht Offenheit und Geduld, zuzuhören. Es braucht Vertrauen, jemanden an sich heranzulassen. Und wenn das Selbstvertrauen schon so manches Mal erschüttert wurde, kann das alles eine enorme Herausforderung sein! Dazu kommen die Distanzen: Geht jemand in eine «Sondereinrichtung» zur Schule oder zur Arbeit, sind die Wohnorte der Kollegen häufig weit auseinander und das Sich-Treffen (ohne Auto) mühsamer. Und in der Regelschule oder im freien Arbeitsmarkt sind die Interessen der Kollegen und Kolleginnen halt nicht immer die gleichen.
Damit Freundschaften geknüpft und gepflegt werden können, sind – zumindest als Starthilfe – oft auch die Eltern gefragt. Hilfe bei der Freizeitgestaltung, Organisation von Treffen und anderes mehr können da sehr sinnvolle Investitionen sein.
Geht es um Partnerschaft, sind die Eltern erst recht gefordert. Sie müssen die Nöte mittragen, wenn's damit nicht klappen will, sie müssen lernen, über den eigenen Schatten zu springen, Bedürfnisse zu akzeptieren, zu vertrauen und loszulassen. Das ist wirklich nicht einfach, doch «wer nichts wagt, der darf nichts hoffen» meint Schiller. (Und damit klappe ichmein Zitatenbuch für heute endgültig zu).
Herzliche Frühlingsgrüsse von
Beata Beer